Routine im Notfall

Routine im Notfall
Routine im Notfall

Die Van Swieten Gesellschaft, die Wiener Ärztekammer, die Wiener Rettung und die Kinder- und Jugendchirurgie (KidsDoc) des Donauspitals veranstalteten am 14. und 15. Februar 2014 die internationale Tagung „Routine im Notfall“, wo angehende Ärztinnen und Ärzte ihr Wissen und ihr praktisches Können erweitern konnten. Auch Studentinnen und Studenten der Medizinuniversität Wien nützten die praktische Ausbildungschance. Kindernotfälle, Notfallgeburten, aber auch der eine oder andere Notfall im Erwachsenenalter wurden zum zentralen Thema gemacht. Der Grund ist auch, neben der Aufgabe eines universitären Lehrkrankenhauses, darin zu sehen, dass das SMZO – Donauspital einen Schwerpunkt in der kindermedizinischen Versorgung Wiens wahrnimmt. Mit 4500 stationären Patienten pro Jahr ist die Kinder- und Jugendchirurgie des Donauspitals die größte derartige Einrichtung in Österreich, so der neue Trend in den aktuellen Zahlen.

Der Direktor des Donauspitals, Dr. Lothar Mayerhofer, lobte die deutliche Entwicklung des kindermedizinischen Schwerpunktes in seinem Haus und vor allem jene der großen Kinder- und Jugendchirurgie als führende derartige Einrichtung der Teilunternehmung 1 des Wiener Krankenanstalten Verbundes (KAV)

Nachdem das Donauspital österreichweit die derzeit einzige offizielle Ausbildungsstätte für das Fach „Kinder- und Jugendchirurgie / Pädiatrische Intensivmedizin“ führt, wurde auch der Kongress „Routine im Notfall“ für die Propagation modernster Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten justiert. Diese „richtungsweisende Veranstaltung“ wurde nicht nur vom Präsidenten der Wiener Ärztekammer Prof. Dr. Thomas Szekeres gewürdigt, sondern auch von zahlreichen angehenden Ärztinnen und Ärzten besucht, die neben der Wissenserweiterung die modernsten Trainingsmethoden der Behandlung kritisch kranker Neugeborener, Kinder und Erwachsener intensiv kennenlernen konnten.

Die Notfallbehandlung hat u.a. das Problem des Zeitdrucks in dem richtig gehandelt werden muss um den betroffenen Kindern/Patienten effektiv zu helfen. Es gilt die richtige Behandlungsmaßnahme, sozusagen aus Wissen und trainierter Übung mit Selbstverständlichkeit im Notfall anzuwenden. Die Sicherheit der Luftfahrt gründet sich auch zu einem wesentlichen Teil auf den „Simulationstrainingseinheiten“ der Pilotinnen und Piloten, das zu einem elementaren Bestandteil der Ausbildung geworden ist. In der Medizin haben wir einen eindeutigen Aufholbedarf, den wir im kindermedizinischen Zentrum im Donauspital in Wien bereits wettmachen. Darauf sind wir stolz, für die Kindergesundheit „Schrittmacher“ zu sein, so der Leiter der Kinder- und Jugendchirurgie, Primarius Rokitansky. Der Notfall stellt besonders für jene, die mit einer derartigen medizinischen Situation nicht tagtäglich konfrontiert sind, eine stress- und fehlleistungsbeladene Herausforderung dar. „Jeder der einen Kindernotfall über längere Zeit nicht erleben musste, benötigt ein Simulationstraining“, so Rokitansky. Dabei gilt es neben dem aktualisierten Wissen, zielorientierte „Handgriffe“ und die Teamleistung aller Beteiligten zu generieren und wiederholt zu üben. Im Training können Fehler gemacht werden, aus denen gelernt wird und unter effektiver Ausbildung versteht man heute nicht nur theoretische Frontalvorträge und auswendig gelernte Schemata. Es ist wesentlich selber an hochtechnologischen Simulatoren, die beispielsweise ein todkrankes Kind darstellen, im wahrsten Sinne des Wortes „heilende Hand anzulegen“; beispielsweise die Beatmung herzustellen, die Herzmassage effektiv auszurichten, Medikamente richtig dosiert zu verabreichen, oder beispielsweise eine „Knochennadel“ für Notfallinfusionen zu setzen. Modernste „Health Care Simulatoren“(Z.B. Gaumard® oder Laerdal®) ermöglichen einen Quantensprung in der Ausbildung, so die Fachmeinung unter den Kongressteilnehmern.

Im Donauspital werden im Kinderbereich alle Ärztinnen und Ärzte, aber auch die Schwestern und Pfleger regelmäßig für den Notfall trainiert. Die Notfallsimulation wurde hier zum wesentlichen Ausbildungsbestandteil aller medizinischen Berufsgruppen.

Der Begründer der ersten Wiener medizinischen Schule und Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia, Gerard van Swieten hat erkannt, dass die rein theoretische Ausbildung ungenügend ist und das heute noch so genannte „bedside teaching“ – also die Lehre am Krankenbett – eingeführt. „Die Van Swieten Gesellschaft hat diesen wertvollen historischen Impuls aufgegriffen und durch die Förderung der Simulationsmedizin weiterentwickelt“, so der Präsident Prof. Rokitansky. Nicht nur eine theoretische, sondern auch die praktische Ausbildung mit modernsten Technologien ermöglichen zukünftige Generationen von Medizinerinnen und Medizinern mit höchstem fachlichem Niveau. Hier gilt es auch die angehenden Ärztinnen und Ärzte einzubeziehen, ein Wunsch der mit der Tagung „Routine im Notfall“ gelungen ist. Die Vize Rektorin der Universität Wien Frau Prof. Dr. Karin Gutierrez – Lobos wurde in den Vorstand der Van Swieten Gesellschaft berufen und der Präsident der Wiener Ärztekammer Prof. Dr. Thomas Szekeres wurde zum Vizepräsidenten ernannt. Das Engagement dieser Persönlichkeiten der medizinischen Welt unterstreicht die Wichtigkeit der modernen Ausbildung, die von der Van Swieten Gesellschaft International mit der Tagung „Routine im Notfall“ aufgegriffen wurde. 

Routine im NotfallDas Management von Akutsituationen stellt für alle beteiligten Berufsgruppen eine besondere Herausforderung dar. Die problemlos ablaufende „Rettungskette“ ist in der Versorgung von Notfällen die Basis einer erfolgreichen Behandlung, die mit den ersten Maßnahmen der Einsatzkräfte am Unfallort beginnt. Danach folgt der fachgerechte luft- oder bodengebundene Transfer in ein Krankenhaus, wo schon während des Transportes Behandlungsmaßnahmen gesetzt werden. Die Wiener Rettung präsentierte den Kongressteilnehmern den so genannten „Katastrophenzug“, bestehend aus besonders aufgerüsteten Rettungsfahrzeugen. Der Transport eines schwer kranken Neugeborenen im Inkubator im Rettungswagen wird in der Simulation trainiert.

Zusätzlich wurde das Thema der „gipsfreien Knochenbruchbehandlung“ aufgegriffen und praktisch an „künstlichen Knochen“ geübt. Dabei stand die elastisch stabile Marknagelung (ESIN – Technik) im Vordergrund, die an der Kinder- und Jugendchirurgie bei bestimmten Knochenbrüchen als Standardverfahren Anwendung findet.

Routine im Notfall Routine im Notfall 

Ein weiterer Trainingsabschnitt beschäftigte sich mit dem Thema der Notfallgeburt, bzw. mit dem Geburtszwischenfall. Hier können sich Situationen ergeben, die auch für routinierte Geburtshelferinnen und -helfer Stressmomente darstellen. Es zeigte sich, dass neben richtigen Handgriffen auch die geschmeidige Zusammenarbeit des medizinischen Teams für den Erfolg maßgebend ist. Gerade eine Risikogeburt, also jene eines Babys, bei dem im Schwangerschaftsultraschall (Pränatal  - Diagnostik) ein gesundheitliches Problem angenommen werden muss soll in einem Krankenhaus durchgeführt werden, wo neben einer Kinderintensivstation auch alle anderen kindermedizinischen Spezialisten und Spezialeinrichtungen (Kinderanästhesie, Kinderchirurg, Neugeborenenmediziner, Kinderradiologe, etc.) verfügbar sind. Die Wichtigkeit der Pränatal - Diagnostik und die Geburt an einem ausgewiesenen Perinatalzentrum der höchsten Stufe (Level IV) für Risikoschwangerschaften wurde genauso unterstrichen, so wie die Notwendigkeit, dass – vergleichbar der Vorgangsweise des Donauspitals – regelmäßige „Team – Notfalltrainings“ durchgeführt werden. „Risikoschwangerschaften werden im Donauspital, entsprechend unseres Versorgungsauftrages“ immer zur Betreuung angenommen. Darauf sind wir spezialisiert, so Primarius Doz. Dr. Beda Hartmann.

KidsDoc.at
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KINDER-UND JUGENDCHIRURGIE WIEN
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